Die slowakische Art – Florian

Zwei Wochen nach Ankunft. Gefühlt sind wir erst gestern angekommen und zugleich schon mindestens ein halbes Jahr da. Nach gestern fühlt es sich an wenn man die freie Zeit anschaut die wir bis jetzt hatten, nach einem halben Jahr wenn man die Erlebnisse die wir hatten aufzählt. Von Konzerten, Volksfest, Sportevent, Basketballtraining über Fahrradtour, Steine schleppen, Traktor fahren, Wandern, Sprachkurs, Männergruppe, Kirchentag, Kinderbetreuung, Jugendgruppe hin zu Essen bei verschiedenen Familien und Schwiegereltern,  Freiwillige besuchen und Burg besichtigen. Nebenbei haben wir auch noch ab und an ein bisschen gearbeitet. Und bei alledem haben wir natürlich jede Menge neue Namen und Gesichter kennen gelernt.

Um das jetzt aber alles im Einzelnen zu beschreiben fehlt mir die Ausdauer und euch die Zeit zum Lesen. Daher werde ich jetzt exemplarisch einen Tag erzählen um euch die Art und Weise näher zu bringen wie hier Dinge passieren und funktionieren.

Es ist Samstag (also Arbeitstag für uns), wir sollen um 13:00 Uhr am Club sein um irgendeine Bühne aufzustellen. Warum? Wissen wir zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht. Von der Bühne keine Spur weit und breit. Neben uns sind noch  zwei weitere Jungs da, das reicht aber anscheinend nicht, man braucht anscheinen mehr Leute. Es wird kurz telefoniert und fünf weitere Jugendliche erscheinen. Spontanität wird hier groß geschrieben.  Ein kleiner Anhänger für Gartenabfälle wird herangebracht und so langsam dämmert uns, die Holzkonstruktion vor der wir nun schon eine halbe Stunde stehen ist die „Bühne“. Etwa 1,5 Tonnen schwer und 4x6m groß. Ein Brett wird quer über den Hänger gelegt und wir wuchten den vorderen Teil der Bühne darauf. Sicherheit? Lieber nicht nachfragen. Dann kommt der absolute Höhepunkt des Tages. Denn der hintere Teil der Bühne wird kurzerhand mit einem Bein in einen Einkaufswagen gestellt. Warum auch immer, das Ding hält auch noch! Für welche Art von Einkauf ist das Ding denn bitte ausgelegt?! Dann alle Mann an einem Fuß der Bühne und schieben. Raus aus dem Hof, in eine kleine Straße. Dann den richtigen Moment abwarten und in den Verkehr der Hauptstraße einordnen, rein in den Kreisel, über die Bodenwellen und schließlich zum Platzt der Veranstaltung.

Dann werden noch Technik, mobile Bar, Tischkicker und andere Dinge transportiert. Dazu gibt es zum Glück einen kleinen Fußgängerweg.

Mittlerweile wissen wir auch, dass wir hier ein Konzert vorbereiten. Eine Gospel-Rockband tritt auf und der Club Garage kümmert sich um Ablauf und Rundumprogramm. Es kommen etwa 200 Menschen, die Band macht gute Musik und wir helfen beim Ausschenken von Getränken auf Spendenbasis.

Danach wird noch zur Afterparty im Club Garage eingeladen. Gegen 24.00 schließt der Club und alles wird wieder zurück transportiert. Inklusive Bühne. Dazu werden diesmal einfach die Clubbesucher, Jugendliche aus der Stadt, herbeizitiert. Die scheinen kein Problem damit zu haben. Wir räumen den Club auf und gehen dann noch bei einer Dönerbude etwas essen.

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