In Polen wird nicht viel gestohlen-Christof

Letzte Woche war ich von Sonntag bis Dienstag in Polen. Genauer gesagt in der Hauptstadt Warschau. Dazu fuhr ich mit einem Minibus nach Krakau um von dort aus dann mit Blablacar, einer Art Online-Mitfahrzentrale, nach Warschau zu fahren. Da diese Minibusse nur auf Vorbestellung fahren, hängt die Fahrzeit teils von der Anzahl der Halte und der Verkehrslage ab. Deshalb kommt es vor dass diese Busse teils über eine Stunde früher am Ziel sind. Allerdings bedeutet dies auch dass, an den letzten Halten der Bus deutlich früher ankommt, als nach Fahrplan, und Dolny Kubin ist einer der letzten Halte vor Krakau. Also rufte mich der Minibusfahrer bereits eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Treffpunkt an, ich könne schon kommen. Da ich allerdings noch den Weg bis zum Bahnhof gehen musste, war es mir bei der Ankunft schon unangenehm. Als wir in Krakau dann ankamen, und ich noch mehr als 2 Stunden Zeit hatte bis zu meinem Anschluss inspizierte ich noch das dortige Bahnhofseinkaufszentrum. Interessanterweise kommt es in Polen häufig vor eines der größten Einkaufszentren der Stadt in der Nähe des Bahnhofs zu finden. Solche strukturelle Auffälligkeiten kommen in Osteuropäische Länder häufig vor. Durch die schnelle Kommerzialisierung nach dem Ende des Kommunismus haben sich oft Konzepte von Firmen für das ganze Land durchgesetzt, ohne das ein wirklicher Wettbewerb stattfinden konnte, die architektonische und strukturelle Eintönigkeit des Kommunismus hat die Revolution also leider überlebt. Der Privat-PKW Fahrer der mich dann durch Blablacar mitgenommen hat war ein Student, der sich dadurch seine Sprit kosten finanzieren lies.Bei uns im Auto war noch eine Freundin vom Fahrer und ein weiterer Fahrgast. Während der Fahrt konnte man sich gut unterhalten und so Tipps für Warschau und deren Wissen über Studium und Co, direkt aus erster Hand erfahren. In Warschau wurde ich dann direkt in das Hostel gefahren. Dort angekommen lernte ich erstmal meine Zimmergenossen, einen Native Australier, einen Finne und einen Pakistanischer Handyverkäufer kennen. Die soziale Komponente von Hostels schätze ich immer mehr, vor allem wenn man alleine unterwegs ist. Am Abend habe ich noch die Umgebung meiner Unterkunft erkundet, bevor ich in einem typisch polnischen Restaurant eingekehrt bin. Mein Fazit zur polnischen Küche ist das sie ziemlich Mitteleuropäisch geprägt ist,auch wenn wie überall im Osten Mitteleuropas der Schwerpunkt stärker auf Kraut liegt. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass polnisches Bier zwar selten ist, aber nicht schlecht ist. Dieser Teil Warschaus, in dem ich gelebt habe, ist nach dem Zweiten Weltkrieg im brutalistischen kommunistischen Stil, ähnlich wie Bukarest, wiederaufgebaut worden. Nach einer schlechten Nacht auf einer viel zu weichen Matratze mit ein paar Latten drunter, die einen Rost darstellen sollten, schaute ich mir die Warschauer Altstadt an. Diese ist zwar relativ alt, und in manchen Ecken sehenswert, heute spielte aber das Wetter nicht mit. Also schaute ich mir nur kurz den Marktplatz an. Die Warschauer Altstadt wurde im Warschauer Aufstand, komplett zerstört. Deshalb musste sie nach dem 2. Weltkrieg wieder originalgetreu aufgebaut werden. Anschließend machte ich eine Führung, über Warschau im 2.Weltkrieg. Diese war für mich als junger Deutscher besonders spannend, da ich in der 5-köpfigen Gruppe, der einzige Deutsche war. In der Gruppe waren auch noch ein Australier und ein älteres israelisches Ehepaar, deren Vorfahren deportiert wurden. Eine Auffälligkeit in Osteuropa ist, dass nie von den Deutschen, sondern immer von den Nazis gesprochen wird. Dies ist einerseits richtig, da viele SS-Mitglieder auch Osteuropäer und Österreicher waren, andererseits bin ich der Meinung da die Nazis als Deutsche gehandelt haben, ihren Ursprung in Deutschland genommen haben und ihre Rassenideologie den Deutschen als Perfektes sah, dass es keine Diskussion an der Deutschen Schuld geben darf. Die Führerin zeigte uns dann den polnischen Präsidentenpalast, vor dem im 2.WK heidnische Aufmärsche stattfinden, die Führerin sah den Ursprung für die religiöse Biegsamkeit der Nazis im Deutschen Protestantismus. Daran sieht man dass im katholischen Polen schon Protestanten als Exoten gelten. Außerdem zeigte sie uns noch andere wichtige Orte wie die Grenzen des Warschauer Ghettos, das Grabmal des unbekannten Soldaten und eine ehemalig belebte Straße, die heute in einem Park liegt, über deren Schienen die Deportationen liefen. Zurück in der Altstadt schaute ich mir noch den Königsweg an, eine Straße die bis nach Krakau führt und an der viele wichtige Gebäude liegen. Warschau hat im Gegensatz zu Krakau auch ein großes Bankenviertel, indem sich Hochhaus an Hochhaus reiht. Dies zeigt sicherlich auch den Wohlstand den Polen in den letzten Jahren erreicht hat. Zurück in meiner Unterkunft ging ich mit einem Finne noch ein bisschen die Kneipen in der Umgebung erkunden. Da er soziale Arbeit studiert und im Roten Kreuz früher einmal aktiv war, hatten wir eine interressante Unterhaltung. Am nächsten Tag schaute ich mir noch einmal die Stadt ein bisschen an und fuhr dann aus dem Warschauer Tiefbahnhof (er ist nicht so schön wie der Stuttgarter) zurück nach Dolny Kubin. Da ich über Tschechien zurück fuhr, hatte ich das Glück das der Zug von Tschechien in die Slowakei starke Verspätung hatte, weshalb ich ihn noch bekam und deshalb einen Zug früher in der Slowakei nehmen konnte. Auch verspätete Züge haben Vorteile

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