Besteigung des Krivan – Benny

Nach dem Sprachkurs haben wir die Gelegenheit genutzt und sind gleich in den Tatras geblieben. Nach dem die anderen also nach Hause fahren, warten wir in dem Bahnsteiggebäude auf den Zug und besser Wetter (es regnet in Strömen).

Bahnsteig – Velky Slakov

Aber wir lassen uns von nichts aufhalten und fahren mit der Tatra-Bahn in die nächsten Ort, das Wort Resort trifft es wohl besser. Denn als wir in der Touristen information nachfragen, was es denn hier in der Stadt so anzusehen gibt (wir wollten uns eigentlich das Städtchen umschauen), antwortete die nette junge Frau mit „ja nichts…“. Als ich sie aber auf die alte kleine Holzkirche, die in meinem Reiseführer vermerkt war, rückte sie doch noch mit dem Weg raus. Sie sollte aber Recht behalten, neben Holz und einem überdimensionalen und völlig fehldimensionalen LCD-Fernseher gibt es nichts zu sehen.

Blick aus der Standseilbahn – ein Orkan von 2004 hat hier viel Waldfläche verwüstet

Also machen wir uns zur Standseilbahn auf, die uns auf den Berg trägt und gehen mit dem Gepäck für eine Woche (inklusive Lernbücher und Schlafsack) wandern. Und zwar zu den wohl attraktivsten Wasserfällen des Gebirges (es hatte übrigens aufgehört zu regnen).

Es hat sich wirklich gelohnt.

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Wanderweg

Auch die restliche Wanderung erweist sich als abwechslungsreich. Ich kann das Wandern in der Slowakei nur wärmstens empfehlen. Das ist auch richtiges Wandern und kein Spaziergang (an den Wanderwegen unschwer zu erkennen).

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Nach dem Verpassen einer Bahn (besser hätte man sie wirklich nicht verpassen können) müssen wir eine Stunde warten. Das uns empfohlene „Hotel“ in dem wir reserviert haben, liegt nämlich in einem anderen Ort (Strbske Pleso). Es ist schon dunkel als wir ankommen und wir lesen an der Tür zur Rezeption „Please check-in from 16.00 to 20.00“. Es ist 19.57 Uhr.  Wir checken ein und beziehen das Zimmer. Das ganze „Hotel“ ist ein ehemals sozialistisches Wohnhaus, das mit wenig Mühe in ein Hotel umgewandelt wurde. Wer auf viel Platz, eine kleine Küchenzeile und knarzende Betten viel und auf Handtücher oder warmes Wasser wenig wert legt, ist hier gut aufgehoben.

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ja, es hatte noch ein weiteres Bett, neben dem Doppelbett in dem Hotelzimmer

Am nächsten morgen stehen wir früh auf, nach einem kurzen Einkauf geht es am Strbske Pleso (so heißt der Ort, wie der See) los. Das Schild meint 4.15h bis zum Krivan. Wir werden eine Viertelstunde schneller sein.

morgens am See
morgens am See

Nach einem gemütlichen ebenen Trip geht es berg auf. Und berg auf. Man merkt sichtlich wie die Bäume immer kleiner werden bis sie schließlich ganz verschwinden. Die Aussicht ist schon jetzt gigantisch. Eine Bilderserie beschreibt den folgenden Trip am besten.

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Endlich oben angekommen. Die letzten Meter waren unglaublich anstrengend. Mit wandern hat das gleich nichts mehr zu tun, die blauen Wanderwegmakierungen sind eher Kletterempfehlungen. Es hat sich aber gelohnt:

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Ab jetzt geht es nur noch Berg ab und zwar lange. Wir haben uns gegen die kürzere Route zurück entschieden und folgen dem Reiseführer. Dieser gab für seine Route eine Dauer von 8 Stunden an. Er hat mein Vertrauen für immer missbraucht.
Nach über 10 Stunden bzw. einer Bergbesteigung mit anschließender Wanderung kommen wir erschöpft an. Wir gehen gleich was essen und landen in einem Vier-Sterne Restaurant – mit normalen deutschen Preisen.

IMG_6655Am nächsten Morgen checken wir unpünktlich aus und fahren zurück. Wie ist der Rucksack auf einmal so schwer geworden?

2 Gedanken zu „Besteigung des Krivan – Benny“

  1. Schön, etwas von dir zu hören, Benni!
    Die Bilder sind super!
    ich freue mich darauf, mehr zu lesen 🙂
    Hast du schon einen ersten Workshop gegeben? 😉
    Machs gut!
    Lg Xenia

  2. Schöner Bericht und schöne Fotos, vielen Dank! Würde gerne ein paar Fragen dazu stellen – will nämlich mit einer Gruppe heuer im August rauf. Falls du das hier noch liest würde ich mich über eine PM freuen. LG

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